Waren, Dienstleistungen
Das wirtschaftliche Leben in Ober-Roden konzentrierte sich in den 1920er- und 1930er-Jahren vor allem auf die Hauptstraße, die damalige Frankfurter- und Dieburger Straße. In nahezu jedem Haus befand sich ein Geschäft oder eine Gaststätte, häufig kombiniert mit einer eigenen Metzgerei.
Besonders prägend war die große Zahl an Gasthäusern. Allein in Rosels unmittelbarer Nachbarschaft existierten in den 1930er-Jahren fünf Gasthäuser, was die Bedeutung als soziale Treffpunkte unterstreicht. Zu ihnen zählte das bis heute bestehende Gasthaus „Zum Löwen“, im Ort auch „Mortsche“ genannt. Es besaß einen großen Saal, der für kulturelle Veranstaltungen wie Theateraufführungen, Vorträge sowie politische oder vereinsinterne Versammlungen genutzt wurde. Hinzu kamen die „Löwenlichtspiele“, die bereits seit 1925 bestanden. Ein zweites Kino befand sich ab dem Jahr 1928 im „Schützenhof“.
Daneben gab es eine große Zahl an Metzgereien und Bäckereien sowie Kolonialwarenläden sowie Textil-, Leder-, Metallwaren- und weitere Fachgeschäfte wie Schneider, Schuster, Elektriker. Auch der Schuhladen, den Rosels Familie betrieb, war Teil dieser Versorgungsstruktur.
Obst, Gemüse und Kartoffeln wurden vielfach selbst angebaut oder bei den beiden Großbauern Schallmayer und „Schuster Jul“ bezogen, deren Höfe sich in Sichtweite der katholischen Kirche befanden.
Ergänzt wurde dieses Angebot durch Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, die sich dauerhaft im Ort etabliert hatten. Dazu zählten Bauunternehmungen, Metallwarenhersteller sowie Schneider, Schuster, Elektriker, die häufig ebenfalls einen eigenen Laden führten.